Filmgespräch mit Jung-Regisseurin Justine Bauer

Ehemalige des Gymnasiums Gerabronn empfängt Schüler der Oberstufe

Ein knappes Jahr, nachdem ihr Debutfilm „Milch ins Feuer“ in der Klappe in Kirchberg Premiere feierte, reiste die Jungregisseurin Justine Bauer von Köln an, um mit den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe des Gymnasiums Gerabronn sowie ihren begleitenden Lehrkräften Wolfram Spodzieja und Bettina Rüther-Jakob ein Screening durchzuführen. Eine Schülerin aus dem Basiskurs Deutsch hatte dieses im Rahmen einer GFS über filmische Mittel vorbereitet. So wussten die Schüler bereits, warum auf dem Filmplakat und beim Dreh die Überkopfperspektive verwendet wird, was das 4:3-Format des Films bedeutet und worum es sich beim Fachwort „Voiceover“ handelt.

Im Filmgespräch kamen Nachfragen sowie kritische Fragen (z.B. Rollenbilder im Film) zu Wort. Justine Bauer betonte die Dominanz von starken Frauen im landwirtschaftlichen Milieu Hohenlohes, dem immer noch alte, männlich dominierte Rollenbilder entgegenstünden. Auch wollte sie mit ihrem Film den pragmatischen Umgang mit dem Sprechen im ländlichen Raum demonstrieren. Man könne mit wenig viel sagen, aber es werde eben auch vieles nicht gesagt.

Im Filmgespräch wurden außerdem praktische Inhalte der Filmwelt thematisiert, wie die Finanzierung von Filmprojekten, Kameraperspektiven, Bauers Erfahrungen beim Reisen zu Filmfestivals und der Verwendung von Musik im Film.

In Bezug auf die Lebenswelt der Schüler betonte Bauer, wie wichtig es sei, beruflich das zu verwirklichen, zu dem man sich berufen fühlt. So sei eine Ausbildung in ihren Augen nicht schlechter zu bewerten als ein Studium.

Nach ihren weiteren Plänen gefragt, will Bauer im Bereich „neuer deutscher Heimatfilm“ bleiben, allerdings ihren nächsten Film nicht mehr unbedingt auf Hohenlohisch drehen. Vielleicht tue sich auch etwas beim Fernsehen auf. Spannend bleibt es bestimmt!

 

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